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Being Pagat – Am Anfang heiß ich Ende. Am Ende Michael.

Die Inszenierung „Being Pagat“ entführt den Zuschauer in eine ganz eigene Welt. Der Bühnenboden ist bedeckt mit zerfetzten Buchseiten, vier weiße Stoffpyramiden in unterschiedlichen Größen dominieren den Raum. Dazwischen wandelt wortlos der Pagat, eine clownähnliche, magische Gestalt.
Ende April entführte „TheaterUmriss“ seine Zuschauer in den Landungsbrücken in Frankfurt am Main in einen magischen Abend rund um die Werke von Michael Ende. In entspannter Atmosphäre und kleinem Rahmen begann eine Reise von Lummerland nach Phantasien. Einer nach dem anderen traten die fünf Schauspieler hinter den Stoffpyramiden hervor. Jeder von Ihnen präsentiert eine Geschichte von Michael Ende. Der Zuschauer muss selber heraus finden welche es ist.
Wer nicht allzu vertraut ist mit den Werken Michael Endes mag damit seine Schwierigkeiten haben, wodurch das Bühnengeschehen allerdings nicht weniger fesselnd wird. Besonders Anna Orkolainen überzeugt mit ihrer stummen Darstellung des Pagats, dem Bindeglied der ungleichen Geschichten.
Am rechten Bühnenrand weicht die Papierwüste einer kleinen Sitzecke. Hier stehen ein schlecht zusammen gezimmerter Tisch, um ihn herum einige Stühle. Im Hintergrund eine zerfetzte Stoffgirlande und eine Bretterwand mit Fenster. Die Schauspieler wechseln, von der unwirklichen Welt auf der Hauptbühne, in diese triste Realität. Einzig der Pagat verweilt bei den Pyramiden. Mit den Schauspielern wechselt auch die Geschichte. In der phantastischen Papierwüste zeigen sich diffuse Charaktere die einmal die Geschichten Endes zum Leben erwecken, einmal den Meister höchstpersönlich zitieren. Am rechten Bühnenrand zeigt sich eine Zirkusgruppe, die um ihre Existenz fürchten, bedroht von Bankrott und Selbstzweifel.
Der Wechsel zwischen diesen beiden Welten ist es, was diese Inszenierung ausmacht. Zum Ende scheinen die Charaktere aus der Realität in die Fantasie zu fliehen. Sie werden von den kleinen Pyramiden magisch angezogen. Und zuletzt meldet sich der Pagat doch noch zu Wort. Mit charmantem Akzent stellt er alles in Frage, was der Zuschauer in der letzten Stunde zu sehen bekommen hat. Er trägt die kleinste der Pyramiden auf der Hand. Das Licht erlischt und einzig das kleine Dreieck leuchtet in wechselnden Farben, vielfältig wie die Geschichten die man zu sehen bekommen hat.