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Medienanthropologie Band 4: Occupy your Mind erscheint 10.14

Medienanthropologie – Annäherung an den neuen Medienbegriff

Mediumstrukturen sind weder physikalische Felder noch haben von ihnen ausgehende Ursachen kontingente Wirkungen. Kontingente Auswirkungen sind wie ein Fußballspiel. Nicht jeder Schuss ist ein Tor, keineswegs gewinnt die bessere Mannschaft immer. Ähnlich anarchisch ist eine Mediumstruktur.

Mediumstrukturen sind. Punkt. Niemand weiß, „was“ es ist.

Da überall etwas ist, ergeben sich Mediumstrukturen. Sie werden durch Umfelder. Punkt. Sie werden nicht. Fragezeichen? Sie sind. Punkt.

es sie werden sind

Die Sprache erfasst nicht.

¶ ¶ ¶

Jede Sprache erfasst es anders nicht.

Mediumstrukturen gehen allem Voraus. Was ist Voraus? Medium ist. In ihren Strukturen entwickeln sich Kerne, aus denen etwas entsteht. Ein Wasserstoffatom. Eine Sonne. Eine Zelle.

Zugleich sind Mediumstrukturen geordnet. Die Ordnung hat so etwas wie „Senken“. Das ist ähnlich wie Gravitation den Raum faltet. Da es keinen Raum gibt, wie kann man es falten? Wer ist es? Erkenntnistheorie ist am Ende; denke Groddeck [GV1] und antworte Lacan[GV2] ; denke weiter. Nichts ist wahr, weil nie etwas wahrgenommen wird. Alles ist nur vorgestellt. Wahr ist nur, was ich denke. Nicht mehr denken, neu denken. Raum ist eine menschliche Idee, die von einem irrenden Gehirn erschaffen wurde, das Umgebungen deuten will, in denen es sich bewegt.

Also, Senken.

Das bedeutet, dass es eine Neigung gibt, wohin Entwicklungen gehen. Dennoch kennt das jeder: Da ist ein Gefälle und der Ball treibt aufwärts. Entweder spielt ein Spieler oder es herrscht ein starker Wind. Manchmal mag es auch Magnetismus oder so etwas sein, das ist dann komplizierter, bis man es versteht.

Dort wo etwas ist, geschieht Medium, das die Bedingung für alles ist, was entsteht und vergeht. Was entsteht ist wie eine Antwort auf eine nie gestellte Frage.

Kontingenz zwingt. Zwingt das Denken in Unbestimmtheiten. Nichts ist kontingent. Nirgendwo ist Nichts. Das Denken will es nicht.. Ereignisse sind nie akausal. Warum berühren sie sich? contingent. CONTINGEMUS?  Ist es Liebe? Es muss eine Höhere Macht geben. Das Buch des Lebens. Wer schrieb es? Kein Zeichen.

Medium ist ein Möglichkeitsraum, in dem Energie körnig wird und Gestalt erhält. Gestalt ergibt Möglichkeitsräume, die Medium sind. Niemand zwingt die Möglichkeit zu werden.

Raum?

Es wird Gestalt, Energie und Geist; es ist Mediumstruktur.

Es beginnt neu. Was ist Es?

Wechsele die Sprache. Vergiss Genus. Werde Erkenntnis.

Sei.


 [GV1]Groddeck dachte dem Wesen seiner Forschungsobjekte gemäß konsequent unsystematisch und assoziativ, sein wissenschaftlicher Ansatz bestand gerade in der Auflösung eines jeden Theoriesystems zugunsten des spielerischen, fantasievollen Umgangs mit seinen Elementen. (Zitat von Gerhard Danzer)

 [GV2]Lacan lehrte: Im Spiegel werde ich. Gebunden in der Matrix des Begehrten bin ich begehrend. Unauflöslich bin ich im ternären Zustand verknüpft: Realität, Symbol, Imagination bestimmen meine Mentalität.

 

in
http://www.theglobalvillage.de/blog/

Héos Verlag in Frankfurt gegründet

Der Héos Verlag ist ein Imprint des Verlags edition the global village. (www.theglobalvillage.de)

An den Buchhandel liefert Runge Verlagsauslieferung in 33803 Steinhagen. Die Bücher sind über die Barsortimente lieferbar.

Das erste Buch ist Nah und Fern von B.Esser.

Am Todesbett ihres Mannes begann sie ihre Trauer im Schreiben zu bewältigen.

Es ist eine typische deutsche Lebensgeschichte. Die Wurzeln der Familie liegen in vielen Ländern. Kriegserleben, Vertreibung und Neubeginn kennzeichnen die wichtigen jungen Jahre.

Die glückliche Jugend im Ostseebad Zoppot bei Danzig beendet der Krieg. Der Aufbau einer neuen Existenz in der BRD gelang.

Aus neuem Handeln entsteht auch ein neuer Sinn ist ein Motto der alten Dame. Immer gibt es ein neues Ufer, zu dem aufzubrechen lohnt.

Auch wenn der Schmerz über die verlorene Heimat nie ganz verging, hat der Blick auf das Gute immer weiter getragen.

Donnerstagslesungen in der Klosterpresse: April

Die Klosterpresse im Frankensteiner Hof ist eine kleine Kunstoase in Sachsenhausen (Paradiesgasse 10). Wunderbare Ausstellungen mit überraschenden Künstlerinnen und Künstlern, ein Ort zum Nachdenken, wenn man  durch die Galerie geht, findet sich ein Atelier im Hinterhof.

Die Donnerstaglesungen d e s J a h r e s 2 0 1 4 s i n d d a s m o n a t l i c h e literarische Jour Fixe.
2 0 M i n u t e n L e s u n g , 10 Minuten Gespräch und dann das offene Wort b e i W e i n u n d B r o t charakterisieren diese Z u s a m m e n k u n f t m i t F r a n k f u r t e r Autorinnen und Autoren.

Am 3. April liest Leon Fest. Das ist Claus-Peter Leonhardt. Der aktuelle Frankfurt-Krimi „Gekaufte Organe“ ist eine spannend und flott geschriebene Story. Ein Geheimtipp! Unbedingt in der Buchhandlung anschauen und hingehen: Das wird ein Abend.

Einzig in Frankfurt: 50 Jahre Ausschwitzprozess und Donaldismus

In wenigen Städten wird Leute an einem Abend im Gerichtssaal des 1963 begonnenen Ausschwitzprozess die Preisverleihung an einen der Ankläger im Nürnberger Prozess miterleben dürfen, und dann am gleichen Abend in einer Philosophenbar einen ehemaligen Kultusminister über das amerikanische Epos einer Geldtheorie in Entenhausen lauschen können.

Die „Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen“ verlieh am 6.12.13 im Haus Gallus feierlich die „Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille“ an den 93jährigen Prof. Ben B. Ferencz aus New York und den von ihm mitbegründeten Internationalen Strafgerichtshof, der durch seine Chefanklägerin Fatou Bensouda vertreten wurde.

Die Laudatio des ehemaligen Justizministers Gerhard Baum machte diese historischen Schritte eindrücklich klar. Worte über das blutige Geschäft des Staatsmordes, der auch Massenmord sein kann, fehlen. Dem stummen Entsetzen zigtausendfachen Mordes an Menschen, die allem beraubt wurde, was Menschen auszeichnet, kann nur Schweigen hinzugefügt werden.

Die Anklage entsteht mit den Stationen Nürnberg, Frankfurt, Den Haag.

Dies ist eine kleine Hoffnung, das Zeitalter der Straflosigkeit zu überwinden. Die Schutzrechte des Einzelnen wird ein wenig gestärkt. Sie wird, wie Gerhard Baum ausführte, auch gleich wieder mit den Erfindungen der i-Pads einkassierte. Zwar können einzelne Staatsmänner angeklagt werden, wenn sie nicht aus China, Rußland oder den USA sind. Es werden ständig im 21. Jahrhundert in perfider Weise Menschen verfolgt und ermordet.

Das blutige 20. Jahrhundert ist zuende, und beide Seiten haben gelernt. Die Ankläger und die Täter.

Die Leistungen des großen alten Mannes Ferencz nehmen an Bedeutung zu. Das sollte sich ein Jeder bewußt machen. Es muss eine starke Gerichtsbarkeit gegen staatliche Willkür entstehen.

Und dann den Donaldismus? Wie fügt sich so etwas?

Es erzählt, wie Menschen Geschichten erzählen, wie Religionen entstehen, und wie kurz selbst die kritischste der kritischen Theorien reichen.Im Alltag leben Menschen in Scheinwelten.

Die Welt des Dagobert Duck ist abgetrennt. Sein Geld darf nicht einmal die Wirtschaft von Entenhausen bereichern. Er darf in seiner Welt baden gehen.

So wie die allgemein gültige Ignoranz des Alltags, der die großen Mehrheiten frönen. Wir wollen nicht wissen. Doch es erreicht sie doch.

Frankfurt ist immer noch ein geistiges Zentrum. Wenn es nur seine Bürger wüßten.

2. Buchgassenfest in Frankfurt. Nachbetrachtungen

Der Freitag war ein wunderbarer literarischer Abend mit Sylvia Engelmann (spannender Roman, tolle Lesung), Ralf Schwob (was Kinder macht, empfindsam erzählt), Alexander Pfeiffer (eine Reise mit Gottfried Benn in das Innerste) und Jakob Stein (Trüffelmorde in der Kleinmarkthalle).

Der Samstag steigerte Stimmung und Eindrücke des Vortages nochmals. Der literarische KINDERnachmittag war – leider zuwenig besucht – eine Zeitreise in die Geschichte Frankfurts. Wer weiß noch, dass die Leute hier in Frankfurt mit Karl dem Großen nicht unbedingt sprechen konnten, weil sie eine andere Sprache redeten? Wer kennt die Wurzeln des wunderbaren Gebäcks „Frankfurter Kranz“? Eine wunderbare Geschichtenerzählerin redete und hatte ausgezeichnet gekocht.
Das FRANKFURT-Buch des pmv-Verlages ist etwas besonderes (isbn 978-3-89859200-0: Sofort in die Buchhandlung und lesen!)
Über den Autoren-Abend mit Andreas Maier, Levend Seyhan und Barbara Zeizinger berichte ich noch ausführlich.

Der 2. Abend des Buchgassenfestes am 9. November stand unter dem Motte „Buchmesse nachgelesen“. Leider musste Paulus Böhmer absagen (Alles GUTE!) und dann fehlte auch noch Andreas Maier. Er war, wie sich herausstellte, an die „neuen“ Buchort, dem „Haus des Buches“ gelaufen.
Seine Lesung war dicht. Seine Erzählung transportiert die Enge der 60er und 70er Jahren in Deutschland.
Levend Seyhan nahm die Zuhörer in das Leben junger Männer mit, die heute ihren Alltag meistern, die Frauen sind und sind nicht, der Tod ist schon nahe.
Beide Lesungen laden ein, diese Romane nochmals zur Hand zu nehmen und zu lesen: Andreas Maier: Die Straße (bei Suhrkamp) und Levend Seyhan: Torben stirbt im Wohnzimmer (bei Größenwahn).
Barbara Zeizingers Lyrik tröstete nicht. Mit leisen Worten zeichnet sie eine Welt, wie sie ist: Weitwinkel nah heißt ihr Gedichtbändchen (im POP Verlag).
Gespräche schufen Gedankenraum, das Gehörte zu erweitern. Drei wunderbare AutorInnen.

Die Buchmesse zeigte lokale Verlage. Ich bin auf 2014 gespannt.

Kriminalfrühstück im Hauptbahnhof am Internationalen Krimitag

Termin: 8. Dezember 2013, 11.00 Uhr
Ort: LiteraturLounge im Frankfurter HauptbahnhofRestaurant “Cosmopolitan”, Hbf – gegenüber Gleis 3+4, 1. Stock
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten. Der Erlös geht an das Stationäre Hospitz im Krankenhaus Nordwest.

Frankfurter Krimiautoren lesen. Rosa Ribas, Jan Costin Wagner, Uli Aechtner, Bernd Köstering und Leon Fest (alias Claus-Peter Leonhardt) – Moderation: Lothar Ruske.

Der 8. Dezember ist der Todestag von Friedrich Glauser (1896-1938), Namenspatron der renommiertesten deutschsprachigen Krimipreise, die jedes Jahr vom SYNDIKAT, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, vergeben werden.