Stadtbild Frankfurt – vom Schein zum Sein

Frankfurt ist die Stadt des Finanzkapitals. Hier reiht sich ein Hochhaus an das Nächste, und die Banken versuchen sich gegenseitig in ihren Kathedralen zu übertrumpfen. Die Architektur ist glatt und kalt. Emotionen sind nicht erwünscht, hier geht es um Ausbeutung, Gewinnmaximierung und Profit. Trotzdem haben Banken auch genug Geld, um der Allgemeinheit schöne Parks und Gärten zur Verfügung zu stellen. So ist seit 2015 ein riesiger „Skatepark“ beim Gelände der EZB Bank eröffnet worden, und bietet eine eigene hügelige Stadtkulisse mit geschwungenen „Sportmöbeln“, eine einmalige Aussenanlage. Speziell für Jugendliche wurde so eine neue Attraktion geschaffen, welche vom „Hafenpark“, ein weiteres Gebiet rund um die neue EZB Bank, ergänzt wird.

Frankfurts Stadtgestaltung – Finanz und geklonte Altstadt

Dem Finanzkapital gegenübergestellt ist die geklonte Altstadt. Eine Attrappe, da an dieser Altstadt so gut wie nichts original ist. Die alte Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern wurde nämlich im 2. Weltkrieg zerstört. Das wollten die Frankfurter aber nicht wahr haben, und haben nach dem 2. Weltkrieg die Fachwerkhäuser einfach wieder aufgebaut.

Bummelt man jetzt durch die Altstadt, so ist es in Wahrheit eine Stadt aus 1945 bis 1955. Das pittoreske Stadtbild ist also eine Lüge. Eine Lüge und doch wieder keine. Irgendwie passt alles zusammen: die glatte Hochhausarchitektur der Banken, das sterile Leben, das auf Kommerz ausgerichtete Mobiliar der Stadt, die schwarzen Anzüge der Angestellten, die Konsumtempel, und die geklonte Altstadt. Eine Altstadt, die nur vorgibt eine zu sein. Die Banken, die die Menschen ausbeuten und Geld aus dem Nichts erschaffen.

Ist man sich dessen bewusst, ist Frankfurt auch wieder interessant. Man schlendert vielleicht mit einem anderen Wissen durch die Stadträume und wertet nicht mehr, ob schön oder nicht, sondern nach: welche Strukturen der Macht, der Wirtschaft und der Kultur stehen dahinter. Es manifestiert sich in der Materialität nämlich nur das, was sich strukturell – kulturell, ökonomisch, sozial – vorher schon gebildet hat.

Straßenpoller in Pyramidenform

Der Blick auf eine kleines Detail beim Stadtmobiliar sagt dabei mehr aus, als große Worte: in Frankfurt findet man Straßenpoller, die am oberen Ende nicht rund sind, sondern extra einen Pyramidenspitz ausgebildet haben. Sie sind unweit des Hochhauses mit der Pyramide, dem Messeturm, zu finden und verdoppeln die Bedeutung dieser Form im öffentlichen Raum. Vielfältige Verkehrs-Lösungen für Poller und Sperrpfosten findet man bei www.ziegler-metall.de.

Nizza in Frankfurt

Entlang des Mainufers bieten verschiedene Attraktionen und Grünräume einen abwechslungsreichen Spaziergang an. „Nizza“, ein Park mit mediterranem Flair und wunderbaren Aussenanlagen, ist dabei ein poetischer Höhepunkt. Auf 4,4 ha bieten hier frostresistente Orangenbäume, Lavendel und Palmen eine Atmosphäre, als wäre man gerade im Süden. Der alte Park von 1875 ist dabei tatsächlich ein Original, und vermischt südliches Lebensgefühl mit Frankfurter Luft. Es ist eigentlich absurd, aber der Schein löst sich gerade hier auf und wird endlich authentisch.