Einzig in Frankfurt: 50 Jahre Ausschwitzprozess und Donaldismus

In wenigen Städten wird Leute an einem Abend im Gerichtssaal des 1963 begonnenen Ausschwitzprozess die Preisverleihung an einen der Ankläger im Nürnberger Prozess miterleben dürfen, und dann am gleichen Abend in einer Philosophenbar einen ehemaligen Kultusminister über das amerikanische Epos einer Geldtheorie in Entenhausen lauschen können.

Die „Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen“ verlieh am 6.12.13 im Haus Gallus feierlich die „Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille“ an den 93jährigen Prof. Ben B. Ferencz aus New York und den von ihm mitbegründeten Internationalen Strafgerichtshof, der durch seine Chefanklägerin Fatou Bensouda vertreten wurde.

Die Laudatio des ehemaligen Justizministers Gerhard Baum machte diese historischen Schritte eindrücklich klar. Worte über das blutige Geschäft des Staatsmordes, der auch Massenmord sein kann, fehlen. Dem stummen Entsetzen zigtausendfachen Mordes an Menschen, die allem beraubt wurde, was Menschen auszeichnet, kann nur Schweigen hinzugefügt werden.

Die Anklage entsteht mit den Stationen Nürnberg, Frankfurt, Den Haag.

Dies ist eine kleine Hoffnung, das Zeitalter der Straflosigkeit zu überwinden. Die Schutzrechte des Einzelnen wird ein wenig gestärkt. Sie wird, wie Gerhard Baum ausführte, auch gleich wieder mit den Erfindungen der i-Pads einkassierte. Zwar können einzelne Staatsmänner angeklagt werden, wenn sie nicht aus China, Rußland oder den USA sind. Es werden ständig im 21. Jahrhundert in perfider Weise Menschen verfolgt und ermordet.

Das blutige 20. Jahrhundert ist zuende, und beide Seiten haben gelernt. Die Ankläger und die Täter.

Die Leistungen des großen alten Mannes Ferencz nehmen an Bedeutung zu. Das sollte sich ein Jeder bewußt machen. Es muss eine starke Gerichtsbarkeit gegen staatliche Willkür entstehen.

Und dann den Donaldismus? Wie fügt sich so etwas?

Es erzählt, wie Menschen Geschichten erzählen, wie Religionen entstehen, und wie kurz selbst die kritischste der kritischen Theorien reichen.Im Alltag leben Menschen in Scheinwelten.

Die Welt des Dagobert Duck ist abgetrennt. Sein Geld darf nicht einmal die Wirtschaft von Entenhausen bereichern. Er darf in seiner Welt baden gehen.

So wie die allgemein gültige Ignoranz des Alltags, der die großen Mehrheiten frönen. Wir wollen nicht wissen. Doch es erreicht sie doch.

Frankfurt ist immer noch ein geistiges Zentrum. Wenn es nur seine Bürger wüßten.