2. Buchgassenfest in Frankfurt. Nachbetrachtungen

Der Freitag war ein wunderbarer literarischer Abend mit Sylvia Engelmann (spannender Roman, tolle Lesung), Ralf Schwob (was Kinder macht, empfindsam erzählt), Alexander Pfeiffer (eine Reise mit Gottfried Benn in das Innerste) und Jakob Stein (Trüffelmorde in der Kleinmarkthalle).

Der Samstag steigerte Stimmung und Eindrücke des Vortages nochmals. Der literarische KINDERnachmittag war – leider zuwenig besucht – eine Zeitreise in die Geschichte Frankfurts. Wer weiß noch, dass die Leute hier in Frankfurt mit Karl dem Großen nicht unbedingt sprechen konnten, weil sie eine andere Sprache redeten? Wer kennt die Wurzeln des wunderbaren Gebäcks „Frankfurter Kranz“? Eine wunderbare Geschichtenerzählerin redete und hatte ausgezeichnet gekocht.
Das FRANKFURT-Buch des pmv-Verlages ist etwas besonderes (isbn 978-3-89859200-0: Sofort in die Buchhandlung und lesen!)
Über den Autoren-Abend mit Andreas Maier, Levend Seyhan und Barbara Zeizinger berichte ich noch ausführlich.

Der 2. Abend des Buchgassenfestes am 9. November stand unter dem Motte „Buchmesse nachgelesen“. Leider musste Paulus Böhmer absagen (Alles GUTE!) und dann fehlte auch noch Andreas Maier. Er war, wie sich herausstellte, an die „neuen“ Buchort, dem „Haus des Buches“ gelaufen.
Seine Lesung war dicht. Seine Erzählung transportiert die Enge der 60er und 70er Jahren in Deutschland.
Levend Seyhan nahm die Zuhörer in das Leben junger Männer mit, die heute ihren Alltag meistern, die Frauen sind und sind nicht, der Tod ist schon nahe.
Beide Lesungen laden ein, diese Romane nochmals zur Hand zu nehmen und zu lesen: Andreas Maier: Die Straße (bei Suhrkamp) und Levend Seyhan: Torben stirbt im Wohnzimmer (bei Größenwahn).
Barbara Zeizingers Lyrik tröstete nicht. Mit leisen Worten zeichnet sie eine Welt, wie sie ist: Weitwinkel nah heißt ihr Gedichtbändchen (im POP Verlag).
Gespräche schufen Gedankenraum, das Gehörte zu erweitern. Drei wunderbare AutorInnen.

Die Buchmesse zeigte lokale Verlage. Ich bin auf 2014 gespannt.